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Baugrube in der Schlossstraße östlich des Amtsgerichts. In den Profilen sichtbar sind ganz rechts Stadtmauer; horizontal in der Mitte und im Planum die Zwingermauer; Planum links bis zur Zwingermauer der Stadtgraben; Planum rechts der Zwingermauer das Zwingerareal

 

Das Landgrafenschloss

Die Anfänge: Die älteste Burg auf dem Schlossgelände wurde höchstwahrscheinlich im 12./13. Jahrhundert erbaut. Sehr wahrscheinlich handelte es sich um einen Wohnturm, der von einem Wassergraben umgeben war.

Die begleitenden archäologischen Untersuchungen während der Neugestaltung des Schlossgeländes in den Jahren 1999 bis 2001 und den Umbaumaßnahmen in den Schlossbauten erbrachten keine konkreten Hinweise auf einen Wohnturm dieser frühen Anlage: Der zu dieser Burg gehörige Wassergraben konnte allerdings im Innenhof des Schlosses und an der Begrenzungsmauer Museum / Schlossgelände lokalisiert werden. Die Ausmaße dieses Wassergrabens decken sich mit untersuchten identischen Anlagen aus dieser Zeit. Ein Suchgraben im Innenhof des Schlosses brachte einen umfangreichen Rest Mauerfundaments zutage, das im Wassergraben als Stützpfeiler für eine Holzbrücke, die zum Eingang des Wohnturms führte, diente. Im unteren Bereich dieses Wassergrabens bildete sich mit der Zeit durch "stehendes" Wasser und organische Abfälle eine pechschwarze bis dunkelgraue Schlammschicht: In ihrem untersten Bereich wurde Keramik gefunden, die in der Mitte des 13. Jahrhunderts im Gebrauch war, also nach dem Bau der Anlage. Holzgeflecht, das aus der obengenannten Schlammschicht stammte und aus Weichholz bestand, kann nicht zugeordnet werden. Eine naturwissenschaftliche Analyse dieses Holzes auf sein Alter verlief wegen des schlechten Zustands negativ. Nach den Berechnungen, die während der Notuntersuchung überhaupt möglich waren und die Breite des Wassergrabens betrafen, konnten 10 bis 12 Meter ermittelt werden.
Während der Verlegung der Versorgungsleitungen auf dem Areal wurden in den Profilgräben Schuttschichten freigelegt, die um 1600 entstanden sind. Lediglich an der südöstlichen Ecke des Schlossareals wurde das Fundament von einem kleinen Gebäude freigelegt, das wahrscheinlich im 16. Jahrhundert dort entstanden war. Es war ein Wohngebäude, denn Reste von Ofenkacheln in der Abbruchschicht deuten darauf hin.
Insgesamt wurden drei Abwasserkanäle gefunden, die von den Schlossbauten aus in den Stadtgraben vor der Zwingermauer mündeten.
Die Fundamentreste des achteckigen Turms, der im Innenhof am "Alten Schlossbau" angebaut war und auf Zeichnungen zu sehen ist, kamen in den Gräben für die Versorgungsleitungen ans Tageslicht.

Nur wenige Meter östlich des Ballhauses entstand seit Januar 2003 ein mehrstöckiges Ärztehaus. Die Baugrube wurde fast auf der gesamten Fläche bis zu einr Tiefe von 4,50 m ausgehoben. In der Mitte der Baugrube wurde eine Fläche von 4  x 4 m und 1,50 m Tiefe ausgeschachtet, so dass man dort eine Gesamttiefe von 6 m erreichte. Hier war auch die Sohle des Wassergrabens der ältesten Burg fast erreicht. Bohrungen in diesem Bereich ergaben, dass bei 6,50 m Tiefe Basalt ansteht. Außerdem sind durch urkundliche Hinweise und ein vor diesem Bau angelegten Suchschnitt der dort verlaufende Wassergraben, der zur ersten Butzbacher Burg gehörte, nachgewiesen worden. Die üblichen dunkelgrauen Schlammschichten, wie sie bei historischen Stadtgräben immer wieder anzutreffen sind, kamen auf der gesamten Fläche zutage, ebenso auch der Verlauf des Burggrabens auf der Länge der Baugrube. Aus den Schlammschichten stammen zahlreiche Keramikfragmente des 14., 15. und 16. Jahrhunderts. Über der Schlammschicht des Wassergrabens wuchs im Laufe der Jahrhunderte eine 3 m starke Einfüllung von Bauschutt, Holz, erodiertem Metall und organischen Abfällen heran. Aufgrund dieser Einfüllungen konnte der Wassergraben im Profil im oberen Bereich nicht mehr erfasst werden; deshalb war seine ehemalige obere Breite nicht mehr ermittelbar.

 

 

 

 

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Der relativ
kleine Abwasserkanal
kam östlich des "Alten Schlossbaus" zutage und mündete in den Stadtgraben, der in diesem Bereich vor der Zwingermauer verlief.


 


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Der in seinen Ausmaßen bedeutend mächtigere Abwasserkanal wurde aller Wahrscheinlich-
keit nach in der Zeit von Landgraf Philipp erbaut und leitete das Abwasser vom Marstall in den Stadtgraben ab.

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Innenansicht des oben beschriebenen Kanals.

 

 

 

 

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