| Bodenfunde um Kirch-Göns
Aufnahme von Kirch-Göns im Sommer 1999 Am Göns-Bach im Flurbereich "In den Rödern" bei Kirch-Göns ist Ende Oktober 1997 eine germanische Siedlungsstelle bei einer Feldbegehung gefunden worden. Die Keramikformen und -verzierungen deuten auf rheinwesergermanische Siedler hin. Diese gehörten dem germanischen Stamm der Mattiaker an. Die Siedlungsstelle liegt im unteren Bereich eines sanften Osthangs zur Göns-Bach hin. Welchen Umfang die Siedlung hatte, ist noch nicht geklärt. Bohrungen bis zum ehemaligen Siedlungshorizont bestätigten eine Besiedlung in der genannten Zeit. Diese germanischen Bewohner hatten Sichtkontakt mit den Wachttürmen an der römischen Reichsgrenze (ca. 800 m): Der Limes verlief nämlich in gerader Linie vom Schrenzer bei Butzbach kommend am Rand des Griedeler Waldes entlang zum nördlichsten Punkt bei Grüningen. Aufschlußreich ist, daß die Römer ganz in der Nähe ihrer Reichsgrenze eine germanische Siedlung duldeten. Im Zuge eines Schwerpunktprogramms der Deutschen Forschungsgemeinschaft "Kelten, Germanen, Römer im Mittelgebirgsraum zwischen Luxemburg und Thüringen wurde bei verstärkten Feldbegehungen diese germanische Siedlungsstelle bei Kirch-Göns entdeckt. Kelten und Germanen auf der einen und Römer auf der anderen Seite, sie hatten öfters Streitigkeiten miteinander in der Wetterau. Dies bietet aber gute Voraussetzungen für das Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft, zu ermitteln, wie sich der Romanisierungsprozess der ansässigen Bewohner "und der Zugewanderten teilromanisierten Bevölkerung" vollzog. Unklar bleiben Aussagen über politische und soziale Veränderungen. Gesellschaftliche Zusammenhänge und Fragen über das Recht dieser Zeit können nur unbefriedigend beantwortet werden. Über Kult- und Totenbrauchtum aber lassen sich eher Aussagen machen. Die Fakten zur "Romanisierung" sollen vordergründig ermittelt werden: Wo kommen die Siedler um 100 n. Chr. überhaupt her und wie ist deren Zusammenwirken in ethnischer, kultureller, religiöser und politischer Hinsicht zu klären. Wie ging das Zusammenleben der Kulturen vonstatten: die Assimilierung der einheimischen Bevölkerung. Diese Fragen werden nicht zufriedenstellend beantwortet werden können. Es werden verschiedene Meinungen nebeneinander stehen. Stark unterstützt wird das Projekt des Schwerpunktprogramms durch das Landesamt für Denkmalpflege Hessen, die Kommission für Archäologische Landesforschung in Hessen und die "zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter der Archäologischen Denkmalpflege, die ihre Aktivitäten besonders im Hinblick auf das Schwerpunktprogramm gebündelt haben". Die archäologischen Forschungen der AG des Geschichtsvereins Butzbach konzentrieren sich seit September 1997 auf den Raum Kirch-Göns. Mittlerweile konnten mehrere vorgeschichtliche Siedlungsstellen lokalisiert werden: Südwestlich der Pfeifergasse liegt ein Siedlungsplatz des Mittelneolithikums (älteres Rössen (?), ca. 4500 v. Chr.); gleich unterhalb der ehemaligen amerik. Kaserne liegen zwei Fundstellen (Flur "Ochsenharb", sie bargen urnenfelderzeitliche Keramik (um 1 000 v. Chr.). Am Göns-Bach liegen weitere Fundstellen, die auf vorgeschichtliche Siedlungen hindeuten. In der ehemaligen Flur "Im Weimar" sind Fundstellen der Bandkeramik (?) und wahrscheinlich eine bronzezeitliche Siedlungsstelle lokalisiert worden.
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Rhein-Weser-Germanische Keramik aus Kirch-Göns
Römische (Kaiserzeitliche) Keramik aus Kirch-Göns |