Griedel in der Wetterau

(Ersterwähnung 768/70)

In der Nähe von Wetter, Kleinbach und Schorbach wohnten bereits vor 7 500 Jahren die ersten Bauern, die nach den Verzierungen auf ihren Gefäßen Bandkeramiker genannt werden. Größere Siedlungen dieser Menschen befanden sich im Bereich der Autobahnbrücke in der Flur "Auf dem Kreutz" und auch in der Wallgasse. In der Flur "Auf dem Kreutz" wurde eine alte Phase (Flomborn) der Bandkeramik bei Feldbegehungen gefunden. Nachfolgende Kulturen sind fast im ganzen Gemarkungsbereich von Griedel ansässig gewesen wegen der günstigen Lage dieses Landstriches zum Wasser und des sehr fruchtbaren Lössbodens. Nach der sog. vorgeschichtlichen Besiedlung des Griedeler Landes folgten um 90 n. Chr. die Römer, die um diese Zeit die gesamte Wetterau in ihren Besitz nahmen. Drei gesicherte römische Gutshöfe (villa rustica) liegen auf Griedeler Gemarkung: Sie bestanden wahrscheinlich bis in die zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts n.Chr.

Im 4./5. Jahrhundert n.Chr. existierte höchstwahrscheinlich eine alamannische Siedlung im Bereich der heutigen Griedeler Kirche: Deshalb wohl, weil der Weiler Krüftel, der Vorgänger-Ort des heutigen Rockenberg, wie durch entsprechende Bodenfunde belegt ist, bereits in dieser Zeit bestanden hat. Beide Orte tragen nämlich die für diese Zeit charakteristische Namensendung -el.

Sicher belegt durch Bodenfunde ist die fränkisch/karolingische Zeit (Ersterwähnung 768/70). Die Besiedlung dieser Zeit erstreckte sich innerhalb des Areals zwischen Wallgasse und Rockenberger Straße. Es kann davon ausgegangen werden, dass in karolingischer Zeit (um 800) bereits eine kleine Kirche existierte.

Im hohen Mittelalter hatte das Arnsburger-Münzenberger Reichministerialengeschlecht die territoriale Hoheit über Griedel. Es folgten die Falkensteiner, dann die Eppsteiner und 1478 die Grafen von Solms-Braunfels, die auch eine eigene Amtsverwaltung führten. Bei der Mediatisierung der Solmser Grafschaften kam Griedel  zum Großherzogtum Darmstadt. Verwaltungsmäßig war Griedel zunächst Teil eines Amtes Wölfersheim und dann Hungen. Ab 1852 kam es zum Landkreis Friedberg. Seit dem 1.8. 1972 ist Griedel Stadtteil von Butzbach.

 

  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Griedel bei Butzbach im Sommer 1996


Die Griedeler Kirche nach einer Strichzeichnung

Nachfolgend  ausgewählte bandkeramische Keramik von einer Siedlungsstelle in Griedel