| Hausberg und Brülerberg, Kulturgeschichtlicher Rundwanderweg, Archäologie, Geschichte und Natur. | Alte
Mauern, Mythen und Menschen. Auf den Spuren der Kelten. |
||
| .
.
.
.
.
|
![]() Mögliches
Aussehen des
Keltische Goldmünze vom
Idealansicht des Butzbacher Raums
So könnte der innerste Ringwall ausgesehen
Wenig ist uns von der Sozialordnung der
Fragment eines bronzenen Gürtelhakens aus
Plan der Wallanlagen auf dem
Plan der Wallanlagen auf dem
Keltische Götterbilder geben bis heute
Blaues Glasarmring-Fragment, um 120
|
Am äußersten Wall einer Höhenfestung Befestigte Höhensiedlungen wie der Hausberg sind seit der Späthallstattzeit (ca. 650-475 v. Chr.) in großer Zahl bekannt. Damit gehört auch die Besiedlung des Hausbergs zur Zivilisation der Kelten. In der älteren Latènezeit (450-300 v. Chr.) war der Berg besiedelt. Unter den Funden vom Hausberg befinden sich einige keltische Goldmünzen, darunter ein Viertelstater des im heutigen Elsaß beheimateten ostkeltischen Stammes der Mediomatriker. Dies weist darauf hin, dass der Berg nach 150 v. Chr. noch aufgesucht wurde: Man vermutet, dass er in dieser Zeit als religiöser Ort Bedeutung hatte. Eine heute mit modernen Grabungsmethoden durchgeführte Untersuchung im Innenbereich würde über Aufbau, Funktion und Bedeutung der Anlagen sicher Klarheit schaffen. Die Hausberg-Wälle schließen eine Fläche von 12 Hektar ein. Der äußerste, heute abgeflachte Abschnittswall, unser Standort, führt in weitem Bogen in einer Länge von 430 m über den nordwestlichen Ausläufer des Hausbergs. Er war nur wenig ausgebaut und folgte einer mäßig starken Geländekante. Seiner Vorderseite war ein flacher Graben vorgelegt. Im Nordosten befand sich ein Eingang, da an einer Einsenkung der Geländestufe auch der Wall aussetzt. Ein zweites Tor wird im Nordwesten vermutet. Dort sind Wall und Graben auf einer Breite von 7 m unterbrochen. Die Befestigungsanlagen vom Hausberg sind seit 1730 der Forschung bekannt. Der Archäologe Dr. Ferdinand Kutsch (1889-1972) legte 1911/12 zwei Suchschnitte an, die aber über den Aufbau des Abschnittwalls keine Hinweise gaben. Wahrscheinlich handelt es sich um einen einfach gesetzten Erdwall. Die Burg der Kelten Der innere Abschnittswall des Hausbergs besitzt eine Länge von 260 m und zieht sich quer über den Nordwestabhang. Er folgt einer natürlichen Geländestufe und ist mehrfach geknickt. Heute erkennt man von innen keine Erhöhung des Walls mehr. Eine flache Grabenmulde ist dem Wall durchgehend vorgelagert, von der aus eine Wallhöhe von 3 m erreicht wird. Er endet im Südwesten und Nordosten, wo auch die Geländestufe ausläuft. Die Geländekante ist hier nur noch 1,5 m hoch. Ungefähr in der Mitte der Wallstrecke befand sich wahrscheinlich ein Durchgang, wohl ein kleines Tor. Der Wall war genau so aufgebaut wie der nächstfolgende Ringwall. Der Ausgräber Ferdinand Kutsch legte hier 1911/12 zwei Wallschnitte an. Er konnte eine 2,5 m starke Mauer feststellen. Reste von verwendetem Holzwerk kamen nicht ans Licht. Im Nordosten des Walls und nahe des Wallendes befand sich vermutlich ein weiteres Tor. Die mächtigste Befestigung des Bergs In seiner größten Ausdehnung besitzt der ovale Ringwall des Hausbergs eine Länge von 360 m und eine Breite von 250 m. Er ist somit die mächtigste Befestigung des Hausbergs. Im nördlichen Teil ist der Wall am besten erhalten. Die Nordostecke ist im spitzen Winkel ausgebildet. Der Wall hat heute noch eine Höhe von 1,5 m. Vor dem Wall ist eine flache Grabenmulde sichtbar. Am Hang unterhalb der Nordostrundung des inneren Walls liegt das einzige, heute noch deutlich erkennbare Tor. Es hat, durch das Gelände bedingt, gegeneinander versetzte Wallenden, von denen aus kurze, abknickende Wallstücke eine Toranlage von etwa 6 m Breite erkennen lassen. Die starke Feuchtigkeit in der Nordostecke des Ringwalls deutet darauf hin, dass hier während der Besiedlung des Bergs eine Quelle oder eine Zisterne vorhanden war, die die Wasserversorgung sicherte. In diesem Bereich sind auch Keramikfunde gemacht worden. Der Ausgräber Kutsch hat 1911/12 zur Klärung der Bauart des Walls die Nordostecke freigelegt und dabei auch die im Wall stehende Mauer geschnitten. Ein weiterer Schnitt durch die Nordseite erbrachte folgenden Befund: Die Mauer war 3 m breit. Ihre Vorder- und Rückfront besteht aus Quarzitsteinen und Schieferplatten, die in Trockenmauertechnik mit Lehm etwa 0,25 m stark ausgeführt wurden. Der Zwischenraum war teils mit Steinen, teils mit Verwitterungsschutt des anstehenden Gesteins aufgefüllt. Holzeinbauten wurden nicht festgestellt. Der obere Ringwall: Pfostenschlitzmauer aus Holz, Steinen und Erde Der obere Ringwall des Hausbergs verläuft am Hang unterhalb der Kuppe. Er schließt ein Oval von rund 110 m zu 170 m ein und paßt sich dem Verlauf der Höhenlinien an. Im Nordwesten folgt er einer natürlichen Geländestufe und ist hier am relativ steilen Hang nur noch als Terrasse ausgebildet. Sonst erscheint er als flacher Wall, im Osten und Süden ist er fast zerstört. Der obere Bereich ist bei den Planierungsarbeiten des Plateaus 1966/67 durch eine amerikanische Funkeinheit an mehreren Stellen in Mitleidenschaft gezogen worden: Bei der Planierung des Plateaus wurden Erde und Gestein über die Kuppe hinaus geschoben, so dass Erde und Geröll das alte Niveau überdecken. In dieser Schicht findet man heute noch keltenzeitliche Siedlungskeramik. Ferdinand Kutsch hat an der Nordseite 1911/12 zwei Suchschnitte angelegt und folgende Befunde dokumentiert: Die Außenfront der heute im Wall steckenden Mauer war eine etwa 0,5 m breite Wand aus Steinen und Lehm mit einem Holzwerk aus senkrechten und waagrechten Balken. Man spricht hierbei von einer Pfostenschlitzmauer", da die aus Holz, Steinen und Erde gebaute Mauer durch miteinander verbundene Holzpfosten zusammen gehalten wurde. Dieser Hausberg-Wall entspricht in seiner Konstruktion den latènezeitlichen Ringmauern auf dem Altkönig im Taunus und Preist, Kreis Bitburg. Die Rückfront des Walls hat Kutsch nicht gefunden. Auch war keine Toranlage zu erkennen. Ihr Standort wird im Osten oberhalb des Tors des zweiten Walls vermutet. Wer lebte auf der keltischen Burg? Das
Gipfelplateau des Hausbergs hat einen Durchmesser von rund 60-80 m. Es fällt nach allen
Seiten steil ab und war offenbar in keltischer Zeit nicht befestigt. Auf dem Plateau
wurden bei Begehungen als Oberflächenfunde Scherben der Urnenfelderzeit (um 800 v. Chr.)
gefunden. Ferdinand Kutsch hat auf seinen Keramik-Zeichnungen von 1911/12
urnenfelderzeitliche Scherben abgebildet. Die Kelten im Tal - Dörfer und Weiler Entwicklung, Dauer und Ende der Siedlungen auf dem flachen
Land" unterlagen - im 5. Jh. v. Chr. - anderen Rhythmen als die befestigten Burgen
der Aristokratie der Späthallstattzeit. Aufgrund jüngster Funde von Metallgegenständen, Keramik, einer Fibel und einem Scheibenhalsring, spätrömische Münze (Massalia), flacher, leicht kielförmiger Mahlstein, Hallstattfibel, latènezeitliche Eisenfunde (Herdschaufel, Tüllenbeil), und einem Fragment eines bronzenen Gürtelhakens ist die Anlage auf dem Berg noch gegen Ende der keltischen Epoche (ca. 150-80 v. Chr.) besiedelt gewesen. Das erwähnte Fragment eines Gürtelhakens wurde am Tor des Ringwalls gefunden. Nur ein kurzes Stück Wir stehen am Wallende des kürzesten Brülerberg-Walls. Mit etwa 100 m Länge ist dieser Abschnittswall - er bildet also keinen rundumlaufenden Befestigungsring - zwar relativ kurz, dafür ist er jedoch als künstlich aufgeworfenes Befestigungswerk um so mächtiger. Außerdem deuten Verlauf und Wallende im Osten auf einen direkten baulichen Zusammenhang mit dem Ringwall, dem Kernwerk" des ehemaligen befestigten Berges. Beim Bau auch dieses Walls wurde das ansteigende Gelände geschickt ausgenutzt. Durch das Ausheben des relativ breiten Grabens wurde das ansteigende Gelände durch den Aushub noch weiter erhöht. Hier, am westlichen Wallkopf, beträgt die Grabenbreite (gemessen von der Grabenböschung bis zur Wallkrone) noch immer etwa 12,5 m. Die Wallkrone erhebt sich dabei etwa 4,5 m über die Grabensohle, sie liegt rückwärtig nur 1 m über dem weiter zur Bergkuppe hin ansteigenden Gelände. Die Wälle vom Brülerberg
Friedrich Kofler (1830-1910), Streckenkommissar der Reichslimeskommission am Ende des 19.
Jahrhunderts, berichtet, dass die Ringwälle auf dem Brülerberg erst seit 1881
wissenschaftlich bekannt seien: Die Befestigungen auf dem Brüler berge bestehen aus
einem ovalen Hauptwalle von 708 Schritt Umfang und zwei bogenförmigen Vorwällen von 332,
resp. 290 Schritt Länge. Die Vorwälle sind fast durchweg, der Hauptwall auf der
Angriffseite mit einem vorliegenden Graben versehen. Die Verhältnisse des einen Walles
sind: Höhe 1,50, Sohlenbreite 11,10, Grabenbreite 15,80, Tiefe 2,80 m. Vor zwei Jahren
waren die Bollwerke des Brüler Berges noch nicht bekannt. Herr Lotz in Frankfurt machte
mich zuerst auf Befestigungen daselbst aufmerksam." Kofler hat die Ringwälle später
noch mehrmals erwähnt und in seiner Archaeologischen Karte des Großherzogtums
Hessen" eingetragen. Die jüngerlatènezeitliche Besiedlung in der nördlichen
Wetterau Die östlichen Taunusausläufer Hausberg und Brülerberg bei
Butzbach-Hoch Weisel, der Johannisberg bei Bad Nauheim und die Heidetränke bei Ober-Ursel
bilden eine natürliche Grenze der sehr fruchtbaren Wetterau. Der Glauberg bei Büdingen
gehört zu den Ausläufern des Vogelbergs in der südöstlichen Wetterau.
Literatur
|
|